Fototipps


Fototipps für Journalisten

 

„Fototipps Teil I.“

Diese Fototipps beginnen mit einer kurzen Einführung in das Handwerkszeug von Pressefotografen und beschäftigt sich  mit den Grundlagen der Bildgestaltung.

Weiter geht mit typischen Situationen und Motiven der Pressefotografie sowie mit einigen Tipps zur Bildauswahl und zur Präsentation von Bildern auf einer Zeitungsseite.
Viel Spaß bei der Lektüre der Fototipps.

Die „Bilder“

Untersuchungen des Leseverhaltens von Zeitungslesern in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts haben eindeutig gezeigt, dass der erste Blick beim Aufschlagen einer Zeitung auf ein großes Foto in der oberen Hälfte der Seite fällt. Erst danach werden Überschriften und andere Elemente der Seite wahrgenommen. Wir leben in einem visuellen Zeitalter. Unsere Sehgewohnheiten sind vor allem vom Fernsehen geprägt. Und wir haben gelernt, in Bildern zu denken.
Die Fotografie gibt es seit rund 160 Jahren und seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ist es möglich, in der Zeitung Fotos zu drucken. Aber auch davor wurden Bilder zur Illustration von Texten in den Zeitungen veröffentlicht. Es waren Holzschnitte, Kupferstiche oder Lithographien. Diese haben natürlich die Phantasie des Zeichners wiedergegeben. Das Foto dagegen erhebt den Anspruch, die Wirklichkeit so darzustellen, wie sie ist. Dies trifft jedoch nicht zu. Jedes Foto ist nur ein vom Fotografen subjektiv ausgewählter Ausschnitt der Wirklichkeit in dreierlei Hinsicht:
• Ein räumlicher, durch das rechteckige Bildformat und den Aufnahmewinkel
bestimmter Ausschnitt
• Ein zeitlicher Ausschnitt von meist weniger als einer Sekunde
• Die fotografierte Wirklichkeit ist oft von den Fotografen inszeniert, also eine
künstlich erzeugte Wirklichkeit

 „Kamera & Co.“

Eine digitale Kamera für den Redaktionsbetrieb sollte folgende Eigenschaften haben:
• Mindestens 5 Megapixel Auflösung, aber es müssen auch nicht gleich 50 Millionen sein.

Es sind nicht die Menge an Pixeln, die ein gutes Foto ausmachen – sondern die Qualität des Bildprozessors in der Kamera, egal ob 10, 12, 25 Megapixel.

• Speicherchips mit möglichst großem Speicher (ab 128 MB und schneller Lese/Schreibgeschwindigkeit ab 45MB/s).

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Bei schneller Datenübermittlung an die Redaktion sind Speicherkarten mit integriertem WLan interessant.

• Objektive mit einer Brennweite  von 28 oder 35 mm bis 200 mm, bei einigen Events (Sport, Großveranstaltungen etc. auch höher)
• Aufsteckblitz  zusätzlich zum eingebauten Blitz
• Diffusor für den Aufsteckblitz.
• Stativ, ggf. Einbeinstativ (angebracht bei großen und schweren Objektiven)
• Werkzeug für Filter und Linsenreinigung
• Stift/Notizblock
• Visitenkarten
• Laptop oder Tablet

„Kriterien  für gute Pressefotos“

„Bildinhalte“

• Die Motive sollen Informationswert besitzen, „Aussagekraft“ besitzen
• Das, worauf es ankommt, sollte möglichst im Vordergrund stehen und klar
erkennbar sein
• unnötiges Beiwerk weglassen
• möglichst Details aufnehmen (dazu aber auch eine Übersichtsaufnahme zur
Einordnung des Details)
• Wenn möglich, sollte das Bild originell und lebendig sein, Atmosphäre
ausstrahlen. Dies erreicht man beispielsweise durch
− Wahl des Standorts, der Perspektive, des Ausschnitts;
− durch Schnappschuss anstelle einer gestellten Aufnahme;
− agierende Personen anstelle des üblichen Gruppenfotos.

„Bildgestaltung“

Die Elemente, aus denen sich Bilder zusammensetzen können, sind Linien, Punkte und Flächen. Meist treten diese Elemente nicht isoliert auf, sondern in einer Mischform. Es erhöht jedoch die Wirkung eines Bildes, wenn es dem Fotografen gelingt, eines der Elemente besonders hervorzuheben.
Der Mensch besitzt ein natürliches Harmoniegefühl, dass ihn bestimmte Kombinationen von Linien, Punkten und Flächen als schön oder als störend empfinden lässt.
Hierfür lassen sich einige Regeln aufstellen, die man nicht zwingend befolgen muss, aber dennoch hilfreich sind, um ein Gespür für Harmonie zu bekommen und so etwas wie einen „fotografischen Blick“ zu entwickeln.

„Pressefoto“

Damit sind grob die alltäglichen Termine von der Pressekonferenz bis zur Eröffnung einer Kunstausstellung oder größere Events wie ein Kirchentag gemeint, es sind die üblichen Gruppenfotos und das Porträt, für eine Bildreportage.

„Terminfotografie“

Medienjournalisten, vor allem im lokalen Umfeld, müssen fast täglich Termine wahrnehmen. Sie pendeln zu Pressekonferenzen und Vorträgen, zu Preisverleihungen und Jubiläen, zu Einweihungen und Vernissagen, zu Ausstellungen und kirchlichen Feierlichkeiten.

„Grundregeln“

• Die wichtigen Personen MÜSSEN aufs Bild.
Es ist ratsam, sich vorher über die VIPs oder die Lokalprominenzen (Namen, Daten, Fakten etc.), die vor Ort anzutreffen sind, zu informieren.
• Die Personen in ‚Action‘ zeigen, z.B. beim Anstecken des Ordens, beim Überreichen des Geschenks, beim Händeschütteln.
• Nach einem „offiziellen“ Foto, für das sich die Akteure für die Fotografen immer mehr oder weniger gern in Pose setzen, noch einen „Late-Shot“ anbringen. Dann wirken alle entspannter.
• Bei einem Redner die Gestik einfangen (nicht in einer Sprechpause aufnehmen). Mit Teleobjektiv Gesicht und Hände herausholen.
• Vortragsredner mit Weitwinkelobjektiv auch seitlich von hinten aufnehmen, so dass der Betrachter noch das vorhandene Publikum im Bild sieht.

Um längere Vortragsreihen zu dokumentieren, können Serienaufnahmen sinnvoll sein

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IMG_0469Bei Vorträgen sollte der Vortragende als auch das Publikum zu sehen sein. Wenn nur ein Bild veröffentlicht wird, muss man versuchen, beide in diesem Bild zu zeigen. Fotografiert man von der Seite, ergibt sich meist zwischen Redner und dem Publikum ein freier Raum, der keine Bildinformation enthält und die Komposition stört.

 

FOTOTIPPS TEIL II.

Kunst und Architektur
„Fotografieren bei Ausstellungen“
Ausstellungen z.B. Kunstausstellung [Vernissage]; Informationsausstellungen usw.

• Bei einer Vernissage:
Künstler vor einem seiner Werke; IMG_1084sm
Gäste im Gespräch,  Exponate im Hintergrund sichtbar;
• In der Ausstellung:
Weitwinkelaufnahme vom Gesamtraum,
mit Personen im Vordergrund; einzelne Werke abbilden
(Stativ benutzen!), bei Plastiken
günstigste Lichtposition beachten;
• Achtung bei Vitrinen!
Die Ausstellungsleitung bitten, ob man
evtl. Exponate herausnehmen darf, wenn
nicht, möglichst spiegelfreie Position
suchen (Lichter im Rücken der Kamera
beachten, auch Lichter in gegenüberliegenden
Vitrinen ggf. ausschalten);
kleinere Exponate mit Teleobjektiv und offener
Blende aufnehmen, so dass die Umgebung
unscharf wird.

Eventfotografie
Neben der täglichen Routine gibt es immer wieder auch
besondere Ereignisse, „Events“, die Gegenstand der Berichterstattung sind
und wegen ihrer Bedeutung meist größeren Raum in der Berichterstattung einnehmen.
Sie werden nicht nur mit einem Einzelbild gewürdigt, sondern mit mehreren
Bildern, Bildreportagen oder Fotostrecken.

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Theateraufführungen

• Möglichst bei Generalprobe oder Pressevorführung shooten, weil  mehr
Bewegungsfreiheit herrscht und man auch schon mal den Blitz einsetzen kann,
der bei der öffentlichen Vorführung tabu ist. Leiser ist bei professionellen Aufführungen
fotografieren ohnehin meist verboten.
• Möglichst ohne Blitz, mit hoher ISO-Einstellung
• Sowohl Totalaufnahmen der gesamten Bühne (mit möglichst vielen Akteuren) als
auch Detailaufnahmen einzelner Akteure
• Gesten und Bewegungen einfangen, keine „toten“ Szenen
• Hauptdarsteller(innen) aufnehmen, aber auch den Regisseur oder Autor, wenn sie
anwesend sind
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Großveranstaltungen

Open-Air-Festivals, Weltausstellung u.ä.
• Lichtstarke Objektive mitnehmen (wegen kurzer Belichtungszeiten und größerer
Tiefenschärfe bei kleiner Blende)
• erhöhten Standort suchen für Überblickfotos
• charakteristische Merkmale der Veranstaltung (Transparente, Fahnen, Plakate
o.ä.) suchen
• in die Menge fotografieren, um Stimmungen einzufangen (aufgebrachte,
schimpfende, singende, grölende, betende, winkende, sich an den Händen fassende
Menschen)
• Prominenz – Szenen, Menschen, Tiere, Gegenstände am Rande beobachten und
fotografieren
• TIPP: Nach einem besonders gut gelungenen Bild, die Speicherkarte sofort wechseln,
dann ist die Aufnahme nicht verloren, falls Polizei oder Chaoten die Herausgabe der 
Speicherkarte verlangen. 

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to be continued…………………………………………………;-)

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